Showroom für beschichtete Oberflächen (Quelle: Kunststoff-Institut Lüdenscheid)

Lackieren

Die Lackierung von Kunststoffteilen kann als Standardverfahren zur Erzeugung dekorativer Schichten auf Kunststoffen angesehen werden. Der Auswahl der Lacksysteme muss dabei größte Beachtung geschenkt werden. In vielen Fällen werden spezielle Produkte benötigt und in Vorversuchen muss getestet werden, ob alle Kriterien für eine zufrieden stellende Lackierung erfüllt sind. Die Hersteller von Lacken sind bei der Lackauswahl die besten Ratgeber. Daher ist der direkte Kontakt zum Lackhersteller sehr wichtig.

Verfahrensschritte

Der Beschichtungsstoff wird mittels Spritzen, Sprühen, Tauchen, Fluten, Spin-Coating, Rollen, Streichen oder der Pulverlackierung in einen gleichmäßig, möglichst dünnen, mechanisch festen Film auf das vorbereitete Bauteil überführt. Die Filmbildung erfolgt je nach verwendetem Lacksystem durch eine physikalische oder chemische Trocknung bzw. Härtung.

Besonderheiten

Kunststoff, Lack und Formteilgeometrie bedürfen bereits in der Konstruktionsphase einer Abstimmung. Der für die Lackierung verantwortliche Bereich ist möglichst früh in die Formteilentwicklung einzubeziehen, um ein lackiergerechtes Formteil zu konstruieren. Oberflächenfehler am Formteil werden oft durch Lackieren stärker hervorgehoben; daher ist es wichtig, eine möglichst gute Oberflächenqualität vor dem Lackieren am Formteil zu realisieren. Einige Arten von Oberflächenfehlern können durch die Lackierung auch kaschiert werden (z.B. Glanzunterschiede und Farbschlieren).

Anwendungsfelder

Das Lackieren von Kunststoffbauteilen hat in allen Bereichen seine Anwendung und kann als das etablierteste Verfahren über alle Branchen und Industrien bezeichnet werden. Gesamtschichtdicken für Lackierungen im Interior-Bereich liegen bei 20 - 40 µm. Diese erfolgen in der Regel ein- oder zweischichtig. Primer werden hierbei nur für Substrate mit geringer Oberflächenenergie eingesetzt. Im Automobilbereich ist die elektrostatische Beschichtung weiter im Vormarsch. Standardmäßig besteht eine Lackschicht aus Primer, Dekorschicht und evtl. Klarlackschicht. Bei poröseren Oberflächen oder Bauteilen mit nicht zu vermeidenden Oberflächenfehlern kann zusätzlich ein Füller eingesetzt werden. Die Anzahl der Schichtsysteme kann dabei auf Grund des eingesetzten Substrats, der Farbe und der zu erreichenden Effekte variieren.